Projekt "Tiere streicheln unsere Seele"

Ein Bericht aus dem Reflexionstagebuch einer Projektteilnehmerin Vor einiger Zeit telefonierte ich mit Rosi, Dr. Rosmarie Poskocil vom „Verein Humani“, Gründerin des Projekts „Mensch für Tier für Mensch“. Telefonisch konnte ich Ihr die Erlebnisse mit meinen Katern noch wieder geben, schriftlich ging es nicht mehr. Meine rezidivierende Depression ging schleichend in eine schwere depressive Episode über. Ich war und bin blockiert etwas zu machen oder zu schreiben und die Erinnerung vor meiner schweren depressiven Episode sind weg. Aber Mogli und Simba holen mich sanft, dort ab wo ich gerade bin, in welcher depressiven Episode auch immer. Sanft im wahrsten Sinne des Wortes, sanft berühren sie mich mit ihrer Pfote an der Schulter oder im Gesicht. Mogli signalisiert mir mit seiner Pfote das ich näher zu ihm kommen soll. Dann bekomme ich von ihnen meinem Schmuse, Streicheleinheiten. Ihr liebevoller, sanfter Blick und ihre Art mich zu trösten, berührt mich immer wieder sehr. Sie blicken mich an als würden sie mich verstehen, nachvollziehen können was ich fühle. „Blicke sagen mehr als tausend Worte“! Ja, das trifft es genau, wenn mich die zwei in so einen Moment des tiefsten Schmerzes ansehen. Das schöne und erleichternde an Moglis und Simbas Verhalten in so einer Situation, es zeigt, dass Tiere wertfrei, ohne Vorurteile sind und das tut so gut. Egal wie schlecht es uns Menschen im Moment geht, zeigen sie uns ihre Liebe und Dankbarkeit, wenn sie selbst in ihrem zu Hause mit uns Menschen einen guten Umgang erfahren. Bis Anfang November 2020 lebte in meinem Haushalt eine zweite Person. Das war auch für meine zwei Katzen eine Umstellung. Für Simba und Mogli entstand eine andere Dynamik untereinander und mit mir als einzelne Person im Haushalt. Meine Aufmerksamkeit jetzt teilen zu müssen war für uns drei eine neue Herausforderung, die wir mittlerweile gut geschafft haben. Mogli der am liebsten ununterbrochen meine Nähe spüren will, war Simba das komplette Gegenteil. So kannte ihn auch sein vorheriges Herrchen. Seit Anfang Jänner kam Simba am Abend immer öfter zu mir auf die Couch und kuschelte sich an mich. Rollt sich neben mir auf den Rücken, führt mit seinen zwei Vorderpfoten meine Hand auf seinen Bauch und will das ich am Bauch kraule. Moglis Lieblings Platz, ist auf meinem Schoß, wenn der frei ist, legt sich Simba seit neuestem ebenfalls auf meinen Schoß. Das ist ein wunderschönes Zeichen für sein Vertrauen in mich. Wenn ich nach einem Termin nach Hause komme, laufen mir beide Schmuse Kater entgegen, rollen sich vor Freude auf dem Rücken hin und her. Das Vertrauen in mich, Moglis und Simbas freudigen Ausdruck über mein nach Hause kommen und ihre liebenswürdige, sanfte Art mich zu trösten, berührt meine Seele und ist Balsam. Unsere gemeinsame Kommunikation gelingt uns immer besser. Ich habe das Gefühl, das ich ihre Gesten immer besser verstehe. Meine zwei Süßen Kater sind auch liebevolle, geduldige Lehrer. Meine zwei cleveren Katzen, suchen und holen sich das was wollen 😊. Z. B.: holte sich Simba aus einem Fach, wo ich für ihn die gesammelten Kassenbons aufbewahre. Diese Kassenbons forme ich für ihn, zu einer Kugel. Simbas Lieblings Spiel, er läuft hinterher und bringt sie mir. Ein Spiel mit viel körperlichen Aktivität. Mogli kann ich mit diesen Papierkugeln nicht zum Spielen anregen er liebt seine Bänder und Spielmäuse. Neu ist auch ein Regal mit offenem Fach im Wohnzimmer, mit kleinen Spielsachen wie Spiel Mäuse, Federn und Papierkugeln befinden. An manchen Tagen suchen sie sich eins dieser Spielsachen aus, holen es raus. Setzen sich vor das Spielzeug und schieben es mit einer Pfote hin und her und werfen mir dabei immer wieder einen auffordernden Blick zu. So sagen sie mir, wann und womit sie jetzt spielen wollen. Einmal kam ich aus dem Badezimmer, Simba und Mogli warteten geduldig auf mich und als mich Mogli sah, schubste er die mitgebrachte Spielmaus mit seiner Pfote stückweise mir entgegen. Auch in der Nacht freuen sich die zwei über ihr offene Spielzeug Fach. Da sehe ich dann in der Früh, was sie sich zum Spielen herausgeholt hatten.

Unsere täglichen Morgenroutine, machen sich belohnt, viel Bewegung, auch wenn Katzen ihren eigenen Willen haben. Wir haben einen Balkon, natürlich mit Netz. In der Früh, wenn ich lüfte, ist die Balkontür offen, auch das Fenster, das von einem Zimmer ebenfalls zum Balkon geht. Das ist Moglis und Simbas Morgensport, vom Wohnzimmer auf den Balkon, durch das Fenster in das andere Zimmer. Und wieder zurück, oder auch andersrum. Mit der zuvor erwähnten Papierkugel, die ich für Simba auf den Balkon und ins Zimmer werfe, kann ich ihn besser zu mehr Bewegung Motivieren. Simba bewegt sich nicht sehr gerne, wer Garfield kennt, kennt auch meinen Simba 😉 Ja es hat sich sehr viel verändert bei uns drei. Simba und Mogli Fordern mich jeden Tag wieder aufs Neue heraus, holen mich heraus. Sie sind der Lichtstrahl in der Dunkelheit meiner Depression. Nach mehrmaligen, kurzen Notizen habe ich es wieder geschafft. Eine Zusammenfassung zu schreiben wie gut Mogli, Simba und mir es im miteinander geht und uns gegenseitig guttun. Mogli unterstütze mich dabei auf seine Art, während ich schrieb, saß er auf meinem Schoß.

Zum Schluss, wenn ich alles noch einmal durchlese, erinnere ich mich Bildlich an die schönen Momente. Trotz meiner aktuellen schweren depressiven Episode zaubert es mir ein Lächeln ins Gesicht, Freudentränen und spüre wieder etwas Freude.




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