Bipolarität sichtbar machen

Aktualisiert: Mai 16

Himmelhoch jauchzend bunt und farbenfroh - zu Tode betrübt, trist und schwarzweiß. Einblicke in die Gefühlswelten bipolar Erkrankter möchte die ausgebildete Fotografin Heike S. Teammitglied des Forums Lichterkette mit ihrer ersten eigenen Ausstellung vermitteln. Gezeigt werden ab 20. Februar in der Bibliothek des Asklepios – Fachklinikums rund 30 Landschaftsaufnahmen aus dem Brandenburger Umland in Farbe und Schwarzweiß.

Die Fotografin leidet seit Jahrzehnten selbst an dieser psychischen Erkrankung, die durch manische und depressive Stimmungsschwankungen charakterisiert ist.

Mal in grundlos gehobener bis euphorischer Stimmung mit rastlosen Aktivitäten, mal kraftlos, von Selbstzweifeln geplagt und unfähig, Gefühle zu empfinden. „ Inzwischen habe ich gelernt, mich mit dieser chronischen Krankheit zu arrangieren und der Manie auch positive Momente abzugewinnen“, sagt die 52-jährige. „ Jahrelang traute ich mich nicht, wieder zur Kamera zu greifen. Jetzt hatte ich endlich den Mut dazu. “Die Aufnahmen sind menschenleer, teils bearbeitet, teils pur und naturbelassen ohne große Technik. Mit einer Gegenüberstellung der Motive versucht Heike S. die Empfindungen von Manie und Depression eindringlich darzustellen. Der Gefangenheit der menschlichen Seele steht am Schluss ein positiver Ausblick gegenüber. „ Ich möchte dazu beitragen, Berührungsängste mit psychisch Erkrankten, in der Gesellschaft abzubauen und Mut machen, dass sich Betroffene nicht verstecken“, erklärt Heike S., die bis zu ihrer Erkrankung 1996 als selbständige Fotografin in Berlin tätig war.


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